24.04.08 12:29
Konkurrenz um Auszubildende (aus der NW)



Podiumsdiskussion während BAM-Eröffnung bei Sparkasse in Espelkamp



Die fünf Herren auf der Bühne in der Kundenhalle der Sparkasse zeigten sich ehrlich: Sie gaben zu, im Alter von 17 Jahren noch nicht gewusst zu haben, worauf es bei der Berufswahl ankommt.

 

Auf die Fragen des Moderators Steffen Ellerhoff vom WDR antworteten Bürgermeister Heinrich Vieker, Wolfgang Kirschbaum, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Minden-Lübbecke, Mario Heinzig von der Firma Heinzig Metallbearbeitung sowie Jörg-Thomas Schwarz von Heinz Schwarz Werkzeugbau GmbH offen.

 

Bei der offiziellen Eröffnung der BAM erzählten sie, wie sie zu ihren Berufen kamen. So wollte Heinrich Vieker eigentlich Chemie studieren, aber da die Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb hatten, wurde er erstmal Landwirt. Durch einen Auslandsaufenthalt verpasste er die Einschreibfristen für den Studiengang Agraringenieur und landete bei Bauingenieur mit Fachrichtung Wasserbau. Auch Sparkassendirektor Wolfgang Kirschbaum verriet, dass er nach der Handelsschule gar nicht genau wusste, was ein Bankkaufmann eigentlich so macht. Seine Eltern sagten: „Geh zur Bank, das ist was Sicheres“.

 

„Diesen Schritt habe ich nie bereut, ich liebe meinen Beruf“ berichtete der Bänker. Mario Heinzig und Jörg-Thomas Schwarz erzählten, dass ihre Eltern sie nie dazu gezwungen hätten, in ihre Fußstapfen zu treten, sie aber auch freiwillig und mit Herzblut die Geschäfte führen würden.

 

Alle vier Teilnehmer betonten die Wichtigkeit von Praktika, um viele Berufe kennen zu lernen. Die Betriebe profitierten auch, könnten ihrerseits die Bewerber gut kennen lernen. Schüler mit schlechten Noten könnten zeigen, was wirklich in ihnen stecke. Heinzig: „Bei einem Vorstellungsgespräch guckt man den Leuten nur bis vor die Stirn. Da kann sich eine Person auch verstellen oder unsicher sein. Aber bei einem Praktikum erlebt man den Menschen jeden Tag und entdeckt ganz neue Fähigkeiten“.

 

Schwarz sprach den zukünftigen Fachkräftemangel an und dass Firmen um die Auszubildenden konkurrierten: „Bei uns fangen im Sommer 40 Azubis an. 70 bis 80 Prozent unserer Belegschaft sind aus Eigenzucht, das lohnt sich“, witzelte Schwarz.

 



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