07.05.09 09:19
Die Suche nach dem "Job fürs Leben" (aus: Espelkamper Zeitung)

BAM im Bürgerhaus und im Handwerksbildungszentrum eröffnet - Wlotkowski übt Kritik
 |   Mit einem Schnitt durch das blaue Band eröffnet Bürgermeister Heinrich
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Das Bürgerhaus ist zurzeit die größte Berufsbörse für Schüler im Kreis Minden-Lübbecke. Die 17. Auflage der Berufsausbildungsmesse (BAM aktiv) ist gestern offiziell eröffnet worden.
Ab 8 Uhr bereits strömten die Schüler durch die Gänge, um sich an den 65 Ständen über die verschiedensten Berufsbilder - vom Handwerker über die Kosmetikerin bis hin zum Bundeswehrsoldaten - zu informieren. »Die Schüler sind sehr interessiert«, erklärte Bettina Krahe-Kröger vom Stand der ZAM - Zukunft Ausbildung im Mühlenkreis. Zudem seien die Schüler gut vorbereitet. Die Besuche an den Ständen würden akribisch in einen Laufzettel eingetragen. Martine Klein, 15-jährige Schülerin am Söderblom-Gymnasium, fand es zum Beispiel gut, dass man auf der BAM »viele praktische Dinge ausprobieren kann«. Doch wünscht sie sich noch mehr Vielfalt. Die offizielle Eröffnung der BAM - neben den Ausstellern im Bürgerhaus gibt es auch Stände im Handwerksbildungszentrum Lübbecke - fand um 9 Uhr in der Volksbank Lübbecker-Land statt. Bernd Wlotkowski von der Lebenshilfe Lübbecke, die die Organisation federführend in diesem Jahr übernommen hatte, dankte zunächst dem Organisationsteam: »Es ist eine hervorragende Palette an Berufen vorhanden.« Er verglich den Weg der Jugendlichen in den Beruf mit einem »Netz von Verbindungswegen«. Es müssten zunächst die Trampelpfade der Berufsbildung und Förderung beschritten werden, »um auf die Hauptstraße ÝBerufÜ zu gelangen«. Der Lebenshilfe sei es vor allem darum gegangen, den Sozialen Bereich bei den zahllosen Berufsbildern zu berücksichtigen. Wlotkowski sagte zudem: »Die BAM ist ein wichtiger Orientierungspunkt. Wir haben versucht, näher an die Jugendlichen heranzukommen.« So seien im Vorfeld die Schulen bei der Organisation verstärkt mit eingebunden worden. Doch Wlotkowski übte auch Kritik: »Es wäre schön, wenn die Messe noch mehr Unterstützung bekommen würde. Leider ist das Gegenteil der Fall.« Er sprach damit das gestrichene Stundenkontingent von BAM-Mitbegründer und Lehrer Wolfgang Jürgens an. Ihm wurden von der Bezirksregierung in Detmold im Vorfeld der Messe sechs Stunden für die Organisation der Veranstaltung gestrichen (wir berichteten). Zudem seien zwei Gründungsmitglieder aus dem Organisationsteam ausgeschieden. Wlotkowski forderte die Politiker auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die BAM auch weiterhin ein »Aushängeschild für den Mühlenkreis« bleibe. »Kooperation ist gefragt, keine Einzelaktionen.« Anneliese Meyer, Präsidentin des Vereins Stadtmarketing Espelkamp, stellte die Bedeutung der BAM heraus. »Unternehmen ohne gut ausgebildete Mitarbeiter können nicht erfolgreich sein.« Die Berufsausbildungsmesse müsse sich jedes Jahr neuen Schülern präsentieren. Daher würde sich das Organisationsteam immer besonders anstrengen, »damit die Premiere gelingt«. »Das Wohl des Berufsnachwuchses ist letztlich das Wohl für die gesamte Gesellschaft«, sagte sie. Landrat Dr. Ralf Niermann unterstrich, dass sich die BAM mit den zwei anderen großen Berufsmessen in Bad Oeynhausen und Minden »NRW-weit sehr gut sehen lassen kann«. Er zeigte sich glücklich darüber, dass sich auch die Mühlenkreis-Kliniken »als größter Ausbildungsbetrieb im Kreis« auf der BAM präsentiere. Bürgermeister Heinrich Vieker ließ Zahlen für den BAM-Erfolg sprechen. »In 17 Jahren haben etwa 30 000 Schüler die BAM besucht.« Die Bedeutung von Auszubildenden für die Stadt Espelkamp unterstrich er damit, dass »in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als 200 Azubis bei der Stadt gelernt haben«. Dies seien fünf Auszubildende pro Jahr. Dadurch, dass die Stadt viele Auszubildende übernommen habe, sei die Verwaltung mit durchschnittlich 40,7 Jahren eine sehr junge. Auch aufgrund dieser Zahlen habe die BAM nicht zufällig ihre Heimat in Espelkamp gefunden. Die BAM ist heute noch bis 13 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr findet der Abschluss am Stand der Lebenshilfe Lübbecke statt.
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